Deep Sky

Sofienalpe, 24. 10. 2002

20021024aha19.html

Beobachter:Alexander Pikhard, Anneliese Haika
 
e-Mail:apikhard@utanet.at
 
Datum:24. 10. 2002
 
Zeit:19.00 bis 21.20 MESZ
 
Ort:Sofienalpe
 
Instrument:12" Meade LX-200
 
Bedingungen:

Durchsicht:1 Freis. vis. Grenzgröße:5.0
Aufhellung:2 Seeing:4
Wind:leicht aus W  
Temperatur:7 °C Luftfeuchtigkeit:- %
Sonstige Bemerkungen:Zeitweise Durchzug dichterer Wolken. Anfangs stärkerer Wind. Mit Mondaufgang starke Aufhellung, davor sehr gute Bedingungen.


 
Bericht:

Man glaubt es kaum. Endlich wieder ein schöner Abend. Wir nehmen uns nichts vor außer einfach zu beobachten. Zu lange ist der letzte Blick durchs Fernrohr her.

Die Bedingungen auf der Sofienalpe sind heute hervorragend. Abgesehen von Wolkenfeldern, die zeitweise durchziehen, ist die Durchsicht sehr gut und der Himmel, zumindest vor Aufgang des noch recht vollen Mondes, dunkel.

Am Anfang ein Pflichtbesuch bei M57. Es gibt eine Premiere: Ein Stockerl! Mit dem verkürzten Stativ sitzend beobachten ist ein reines Vergnügen!

Wir bleiben in Zenitnähe - was das LX-200 zu einigen Irrfahrten in Azimut veranlasst. NGC 6826, der Blinking Planetary Nebula, blinkt heute wirklich. Bei direkter Sicht erkennt man deutlich den hellen Zentralstern und eine leichte diffuse Hülle. Bei indirektem Sehen überstrahlt der helle Nebel den Zentralstern (21mm Pentax ohne Filter).

Weiter zu NGC 7027. Der kleine planetarische Nebel ist deutlich diffus und länglich. Strukturen kann ich keine erkennen, aber dazu wäre mehr Vergrößerung nötig, und das läßt das Seeing nicht zu (14mm Pentax).

Noch zwei planetarische Nebel: NGC 6905 im Delphin ist recht hell und deutlich, rund und fast so groß wie der Ringnebel. NGC 6781 im Adler ist sehr groß und deshalb doch recht schwach.

Im Vorbeigehen M15 im 14mm Pentax. Sehr schön aufgelöst, das Seeing wird auch besser. Ein Großteil war Tubusseeing - kein Wunder. Wann war mein Instrument das letzte Mal im Freien?

Zwei offene Sternhaufen in Lacerta im 40mm Pentax: NGC 7243 und NGC 7209. Na ja, sehr offen... Der erste sieht aus wie eine eingeringelte Kobra, die den Kopf s-förmig hebt. Interessant!

Von Westen nähern sich langsam Wolken. Also nach Osten abwandern.

M31 ist natürlich sehr hell, Details halten sich in Grenzen. Auch M32 ist sehr hell. Die Suche nach And G1 (Kugelsternhaufen) ist insofern nicht sehr erfolgreich, weil das Objekt leider nicht in der Datenbank von TheSky Level IV enthalten ist. Schade. Ich muss es wohl händisch hinzufügen ...

In der Nähe stehen h und Chi Persei. Im 40mm Pentax, wie schon zuvor, sehr beeindruckend. Für den nahe stehenden M76 wechsle ich wieder auf 21mm Pentax, um die "Stoppelform" deutlicher zu sehen.

Jetzt ist eine Pause von etwa 20 Minuten wegen einer etwas größeren Wolke nötig. Als erstes Objekt wagt sich der kleine offene Sternhaufen NGC 744 im Perseus heraus, nicht sehr beeindruckend, aber mäßig dicht.

Besonders schön ist der "Blue Snowball Nebula" NGC 7662, der sich heute schon ohne Nebelfilter als ein deutlicher, kleiner, dichter, diffuser Ring präsentiert. Die zentrale Abdunkelung ist nicht zu übersehen.

Im Osten kündigt gespenstisches Licht den Aufgang des Mondes an, der Himmel wird schlagartig heller. Rasch noch zu M2, um die feinen Sterne dieses nicht so stark wie M15 konzentrierten Haufens zu sehen.

Den Abschluß bildet die Beobachtung des aufgehenden Mondes durch Zweige. Gruselig. Ja, Halloween ist nahe!

Fazit: Endlich wieder eine schöne Beobachtung!